Durch Kambodscha nach Vietnam
Die Kinder Kambodschas
Rund um die Ruinen von Angkor Wat wird man staendig von Kindern angesprochen, die Souvenirs, Postkarten oder Getraenke verkaufen. Die meisten koennen ziemlich gut englisch. Gelernt haben sie es aber nicht in der Schule, sondern im Gespraech mit den Touristen. Schule ist hier nur halbtags (zuwenig Lehrkraefte!) Deshalb haben die Kinder einen halben Tag Zeit, etwas zum Unterhalt der Familie beizusteuern. "How are you?" oder "Where do you come from?" wird meistens gefragt. Auf die Antwort "Switzerland" kam dann aber oft die Antwort "Capital Stockholm". Sowas konnte ich natuerlich nicht so stehen lassen und schon wieder haben die Kids was gelernt...

Doch nicht alle Kinder koennen einen so unkomplizierten Umgang mit den Touristen geniessen. Dies wurde uns auf einem Bootsausflug auf dem Tonle Sap (groesster See in Suedostasien!) so richtig bewusst. Mit einem kleinen Mototboot tuckerten wir zuerst durch einen Kanal um dann auf dem See auf ein "floting village" zu stossen. Ein Dorf aus vielen kleinen Bretterhaeusern, sogar mit Schule, Turnhalle, Kirche (katholisch!) und Karussel... nur mit dem kleinen Unterschied, dass alles auf dem Wasser schwimmt. Alles schien sehr friedlich, kleine vorgelagerte "Inseln" als Gaerten mit Blumen, kleine Verzierungen an den Haeusern... Doch mit der Zeit merkten wir, dass wir auf einer Sightseeing-Tour durch ein Armenvierten waren. Immer mehr Kinder kamen in Wannen und kleinen Booten zu unserm Boot gepaddelt und verkauften Bananen und Getraenke oder bettelten einfach um einen Dollar! Dies war kein ungezwungenes Geplauder mit den Kindern sondern bitterer Ernst und obwohl wir den Kindern Bananen abkauften und sie einzeln unter den andern Kindern wieder verteilten, wurde unser schlechtes Gewissen und das Gefuehl die Oberkapitalisten zu sein (was wir aus der Sicht der Einheimischen auch sind...) nicht besaenftigt.

Phnom Penh und die Khmer Rouge
Die 320km in die Hauptstadt Kambodschas haben wir alle gut ueberstanden. Um der Mittagshitze zu entgehen starteten wir frueh am Morgen (4.30!), also noch im Dunkeln, um vor der Mittagspause bereits ueber 100km geschafft zu haben. Am Nachmittag brauchten wir viel mehr Trinkpausen, denn die Hitze...
Zum Glueck waren die Strassen viel besser und wir kamen zuegig vorwaerts. Mit mehr als 1PS ueberholten wir sogar die Pferdewagen...
Unsere Einfahrt nach 2 Tagen in Phnom Penh war ziemlich spektakulaer, da wir genau rechtzeitig fuer den Sonnenuntergang die grosse Bruecke ueberquerten um uns danach im Getuemmel von tausenden von Motorbikes unseren Weg zum Hotel zu bannen.
Die quirlige Hauptstadt laesst nur noch wenig erkennen von der Schreckensherrschaft der Khmer Rouge. Der prachtvolle Koenigspalast war mehr oder weniger unberuehrt und die Wirtschaft ist auch auf dem Aufwaertstrend. Nicht vorzustellen, dass waehrend des Khmer Rouge Regimes (1975-79) alle Menschen aus der Hauptstadt aufs Land zur Zwangsarbeit auf den Reisfeldern getrieben wurden. Eine leere Stadt...

Beim Besuch im S21, ein Foltergefaengnis (frueher eine Schule, jetzt das Genozidmuseum) zeigte uns ein einheimischer Guide, der uns auch von eigenen Erfahrungen erzaehlen konnte, die grausamen Methoden auf. In den Killing Fields (Massengraeber suedlich der Stadt) wurden Tausende von Menschen begraben, die durch Folter, Mord, Ueberarbeitung oder Hunger ums Leben kamen. Das Ganze gab einem schon einiges zu denken auf, v.a. weil die Khmer Rouge lange auch vom Westen unterstuetzt wurden...
Doch das Land rappelt sich wieder auf. Es faellt aber schon auf, dass es wenig alte Leute gibt und sehr viele Kinder. (Von der heutigen Bevoelkerung haben 3/4 die Khmer Rouge nicht erlebt....!)
Das Mekong-Delta
Um ueber die Grenze nach Vietnam zu kommen, nahmen wir ein Boot auf dem Mekong, die Lebensader Indochinas. Nach den Grenzformalitaeten sattelten wir unsere Raeder und radelten auf kleinen Wegen, durch kleine Doerfer an einem der unzaehligen Nebenarmen des Mekong entlang.
Da das Mekong-Delta am einfachsten per Boot zu bereisen ist, luden wir unsere Raeder und Gepaeck fuer 2 Tage auf einen Sampan (Holzschunke) um weiter oestlich Richtung Saigon vorzudringen. Einige Strecken legten wir auch auf dem Velo zurueck, jeweils auf kleinen holprigen Wegen ueber viele loechrige Holzbruecken am Ufer des Mekong. Die Gegend ist unglaublich faszinierend. Alles spielt sich um, auf und im Mekong ab. Das fruchtbare Schwemmgut sorgt fuer guten Boden und es gibt viel Gemuese, Fruechte und natuerlich Reis. Auch der Handel wird auf dem Fluss betrieben (=floting market).
Saigon = Ho Chi Minh City
In Saigon (oder seit der Wiedervereinigung Ho Chi Minh City) geht nun also die Velotour zu Ende. Mein Velo konnte ich unserem vietnamesischen Guide verkaufen, der sich ein eigenes Business aufbauen will.
Auch hier in Vietnam koennen wir uns auch wieder mit einer ereignisreichen Geschichte befassen. So sind wir heute Morgen zu den Cu Chi Tunnels gefahren, die waehrend vielen Jahren den Vietcong im Untergrund als Versteck dienten und die von dort den Amerikanern Widerstand leisteten... Die Tunnels waren extra sehr schmal angelegt, damit die groesser gewachsenen Amerikaner sich nicht durch den Eingang zwaengen konnten... (naja, ich habs geschafft...)
Rund um die Ruinen von Angkor Wat wird man staendig von Kindern angesprochen, die Souvenirs, Postkarten oder Getraenke verkaufen. Die meisten koennen ziemlich gut englisch. Gelernt haben sie es aber nicht in der Schule, sondern im Gespraech mit den Touristen. Schule ist hier nur halbtags (zuwenig Lehrkraefte!) Deshalb haben die Kinder einen halben Tag Zeit, etwas zum Unterhalt der Familie beizusteuern. "How are you?" oder "Where do you come from?" wird meistens gefragt. Auf die Antwort "Switzerland" kam dann aber oft die Antwort "Capital Stockholm". Sowas konnte ich natuerlich nicht so stehen lassen und schon wieder haben die Kids was gelernt... 
Doch nicht alle Kinder koennen einen so unkomplizierten Umgang mit den Touristen geniessen. Dies wurde uns auf einem Bootsausflug auf dem Tonle Sap (groesster See in Suedostasien!) so richtig bewusst. Mit einem kleinen Mototboot tuckerten wir zuerst durch einen Kanal um dann auf dem See auf ein "floting village" zu stossen. Ein Dorf aus vielen kleinen Bretterhaeusern, sogar mit Schule, Turnhalle, Kirche (katholisch!) und Karussel... nur mit dem kleinen Unterschied, dass alles auf dem Wasser schwimmt. Alles schien sehr friedlich, kleine vorgelagerte "Inseln" als Gaerten mit Blumen, kleine Verzierungen an den Haeusern... Doch mit der Zeit merkten wir, dass wir auf einer Sightseeing-Tour durch ein Armenvierten waren. Immer mehr Kinder kamen in Wannen und kleinen Booten zu unserm Boot gepaddelt und verkauften Bananen und Getraenke oder bettelten einfach um einen Dollar! Dies war kein ungezwungenes Geplauder mit den Kindern sondern bitterer Ernst und obwohl wir den Kindern Bananen abkauften und sie einzeln unter den andern Kindern wieder verteilten, wurde unser schlechtes Gewissen und das Gefuehl die Oberkapitalisten zu sein (was wir aus der Sicht der Einheimischen auch sind...) nicht besaenftigt.

Phnom Penh und die Khmer Rouge
Die 320km in die Hauptstadt Kambodschas haben wir alle gut ueberstanden. Um der Mittagshitze zu entgehen starteten wir frueh am Morgen (4.30!), also noch im Dunkeln, um vor der Mittagspause bereits ueber 100km geschafft zu haben. Am Nachmittag brauchten wir viel mehr Trinkpausen, denn die Hitze...
Zum Glueck waren die Strassen viel besser und wir kamen zuegig vorwaerts. Mit mehr als 1PS ueberholten wir sogar die Pferdewagen...Unsere Einfahrt nach 2 Tagen in Phnom Penh war ziemlich spektakulaer, da wir genau rechtzeitig fuer den Sonnenuntergang die grosse Bruecke ueberquerten um uns danach im Getuemmel von tausenden von Motorbikes unseren Weg zum Hotel zu bannen.
Die quirlige Hauptstadt laesst nur noch wenig erkennen von der Schreckensherrschaft der Khmer Rouge. Der prachtvolle Koenigspalast war mehr oder weniger unberuehrt und die Wirtschaft ist auch auf dem Aufwaertstrend. Nicht vorzustellen, dass waehrend des Khmer Rouge Regimes (1975-79) alle Menschen aus der Hauptstadt aufs Land zur Zwangsarbeit auf den Reisfeldern getrieben wurden. Eine leere Stadt...

Beim Besuch im S21, ein Foltergefaengnis (frueher eine Schule, jetzt das Genozidmuseum) zeigte uns ein einheimischer Guide, der uns auch von eigenen Erfahrungen erzaehlen konnte, die grausamen Methoden auf. In den Killing Fields (Massengraeber suedlich der Stadt) wurden Tausende von Menschen begraben, die durch Folter, Mord, Ueberarbeitung oder Hunger ums Leben kamen. Das Ganze gab einem schon einiges zu denken auf, v.a. weil die Khmer Rouge lange auch vom Westen unterstuetzt wurden...
Doch das Land rappelt sich wieder auf. Es faellt aber schon auf, dass es wenig alte Leute gibt und sehr viele Kinder. (Von der heutigen Bevoelkerung haben 3/4 die Khmer Rouge nicht erlebt....!)
Das Mekong-Delta
Um ueber die Grenze nach Vietnam zu kommen, nahmen wir ein Boot auf dem Mekong, die Lebensader Indochinas. Nach den Grenzformalitaeten sattelten wir unsere Raeder und radelten auf kleinen Wegen, durch kleine Doerfer an einem der unzaehligen Nebenarmen des Mekong entlang.
Da das Mekong-Delta am einfachsten per Boot zu bereisen ist, luden wir unsere Raeder und Gepaeck fuer 2 Tage auf einen Sampan (Holzschunke) um weiter oestlich Richtung Saigon vorzudringen. Einige Strecken legten wir auch auf dem Velo zurueck, jeweils auf kleinen holprigen Wegen ueber viele loechrige Holzbruecken am Ufer des Mekong. Die Gegend ist unglaublich faszinierend. Alles spielt sich um, auf und im Mekong ab. Das fruchtbare Schwemmgut sorgt fuer guten Boden und es gibt viel Gemuese, Fruechte und natuerlich Reis. Auch der Handel wird auf dem Fluss betrieben (=floting market). Saigon = Ho Chi Minh City
In Saigon (oder seit der Wiedervereinigung Ho Chi Minh City) geht nun also die Velotour zu Ende. Mein Velo konnte ich unserem vietnamesischen Guide verkaufen, der sich ein eigenes Business aufbauen will.
Auch hier in Vietnam koennen wir uns auch wieder mit einer ereignisreichen Geschichte befassen. So sind wir heute Morgen zu den Cu Chi Tunnels gefahren, die waehrend vielen Jahren den Vietcong im Untergrund als Versteck dienten und die von dort den Amerikanern Widerstand leisteten... Die Tunnels waren extra sehr schmal angelegt, damit die groesser gewachsenen Amerikaner sich nicht durch den Eingang zwaengen konnten... (naja, ich habs geschafft...)Reni06 - 22. Feb, 10:26
