Japan

Man spricht Japanisch...
Bei meiner Ankunft in Japan war ich total froh, dass es nicht mein erster Besuch war in diesem Land mit dieser fremden Sprache und Schrift. Die Nachricht, dass um diese Zeit vom Tokyo-Flughafen kein Bus mehr nach Yokohama fährt, hat mich dann nicht voll aus der Fassung gebracht. Den Bus nach Tokyo nehmen und sich von dort mit der Metro bis zu Aurora durchschlagen - und das ohne einen Metroplan, der Englisch angeschrieben ist? Kein Problem für die weitgereiste Reni!! Für ein Telefonat an Aurora hat es nicht mehr gereicht, da der Bus grad abfuhr...
Da in Japan das Schweizer Handy nicht funktioniert, musste ich im Bus meine Japanischkenntnisse vom letzen Besuch hervorkramen: "Sumimasen... telephone... friend...Yokohama..." Mit einem netten Lächeln, dem Zeigen der japanisch geschriebenen Visitenkarte von Aurora und wiederholtem Nicken, hat mir meine Busnachbarin ihr Handy überlassen...
Kurz vor Mitternacht marschierte ich dann (nach 2,5h Bus- und Metrofahrt) von der Subwaystation durch Yokohama und läutete dann an Auroras Türe... es war wie Nach-Hause-kommen!

Shopping und Cherry-Blossom
Meine 10 Tage in Japan verbrachte ich mit Tagesausflügen von Aurora aus. Die um einiges tieferen Temperaturen, als was ich seit 4 Monaten gewöhnt war, gaben mir eine perfekte Ausrede, um mich in den riesigen Shoppingmalls nach den neusten japanischen Frühlingsmode umzusehen. Naja, nach einigen Stunden und verschiedenem Sich-in-etwas-zu-Kleines-hineinzwängen hab ich auch einen Shop gefunden, der nicht bloss "one-size" oder Grössen von XXXS bis M hatten (denn das M in Japan entspricht nicht unserem M... ich pass da nicht rein - und nicht weil ich in den 4 Monaten so extrem zugenommen habe!!!)
Erholung vom Einkaufsstress bieten in der Grossstadt jeweils die Parks und im Frühling bewegt man sich dort wie auf rosaroten Wolken. Obwohl ich noch etwa eine Woche zu früh dran war, blüten doch schon einige der unzähligen Kirschbäume der Hauptstadt. Nicht nur für die Touristen sondern auch für die Japaner ist diese Zeit etwas besonderes, deshalb fotografieren sie fast jede Blüte einzeln und ein Picknick unter der rosaroten Pracht ist ein Muss.

Generell waren meine 10 Japantage sehr gemütlich. Neben vielen Plauderstündchen mit Aurora, feinem Sushiessen oder dem Besuch eines Onsen (japanisches Thermalbad... sehr heiss, aber entspannend!) standen auch der Hausberg von Tokyo (Mt. Takao) und der Strand auf dem Programm, von wo man von beiden her bei schönen Wetter eine super Sicht zum Mt. Fuji hat. Naja, leider nur bei gutem Wetter... doch ich konnte dafür den Mt. Fuji einmal von Auroras Balkon bewundern.

Home, sweet home

Nach einer Flug-Odysee von über 24h von Tokyo nach Osaka, dann nach Dubai und von dort nach Zürich gewöhne ich mich jetzt wieder an den Schweizer Lebensrhythmus. Dass es beim Aufwachen morgens um 5 (naja, Jetlag) draussen schneit hat mich zwar schon etwas aus den Socken gehauen, doch freue ich mich riesig auf meine verbleibenden 4 Monate Freiheit, bis das neue Schuljahr im August wieder beginnt. 4 Monate mit viel Zeit für Freunde und und die Schweizer Alpen (Skitouren, Wandern, Klettern...). Auch bin ich froh habe ich diese Zeit um all die vielen Eindrücke und Erlebnisse, der letzten 4,5 Monate zu ordnen, nochmals durchzudenken und zu verarbeiten...

Meine Reise in Zahlen:
- 1 Kontinent
- 4,5 Monate
- 5 Religionen
- 7 Länder
- 8 Währungen
- 9 Schriften
- 10 Sprachen
- 14 Transport-/Fortbewegungsarten
- 16 Reisegefährt/innen (davon 12 bei der Velotour...)
- 57 Betten oder ähnliches (davon 13 in Boot, Bus, Zug oder Flugzeug)
- 130 Tage (davon 8 Regentage!)
- x-1000 Kilometer (davon ca. 1000 auf dem Velo)
- x-10'000 gegessene Reiskörner
- 1'000'000 spannende Erlebnisse und Begegnungen
Für alle die noch mehr über meine Reise wissen wollen, ich bin jetzt wieder zu Hause und falls ihr mich auf der Strasse antrifft: So sehe ich auch (für alle die es vergessen haben...)

Reni06 - 31. Mär, 10:59
